Es ist Freitag. Freitags bin ich nie da. Aber heute schon. Denn heute streiken weltweit Millionen Menschen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Wir starten um 5 vor zwölf im Dom – Ihr ahnt es schon, die Uhrzeit ist kein Zufall. Das Vorbereitungsteam hat ein  passendes Lied ausgewählt – Gott gab uns Atem, damit wir leben.

Ja, er hat uns die Erde gegeben, allerdings mit dem klaren Auftrag, sie zu beschützen und zu bewahren. Gemeinsam beten wir also im Dom für die Bewahrung der Schöpfung, für gute, zielführende Entscheidungen der Politik, die heute ihr Maßnahmenpaket schnüren will, für die Motivation jeder*s Einzelnen, mit anzupacken und unsere Ressourcen so gut wie möglich zu schonen.

Danach geht’s zum katholischen Jugendbüro in Osnabrück-Stadt, wo sich Ehren- und Hauptamtliche der katholischen Jugend(verbands-)arbeit treffen, um gemeinsam zur Demo zu gehen.

Zusammen zu gehen macht auch Sinn, denn es ist viel los. Auf dem Theatervorplatz versammeln sich ca. 8.000 Demonstrant*innen (Quelle: NOZ). Dann ziehen wir los. Einmal über den Ring, bis zum Rathaus, wo die Forderungen dem Osnabrücker Oberbürgermeister überreicht werden. Ich freue mich sehr, dass heute so viele da sind.

„What do we want? Climate Justice! When do we want it? NOW!“ ruft die Menge. Zeitgleich machen die Ergebnisse der Verhandlungen in Berlin die Runde. Nach „Now“ sieht das nicht aus. Der erhoffte große Rundumschlag ist ausgeblieben.

Die Enttäuschung über das gerade beschlossene Klimapaket der Bundesregierung eint die Teilnehmenden. Ich fahre mit dem Fahrrad, versuche nachhaltig einzukaufen und bewusst zu konsumieren und trotzdem – es reicht nicht. Ich wünsche mir deshalb eine mutige Politik, die sich traut, auch einmal Weichen zu stellen, die ich als Konsumentin nicht stellen kann. Die sich traut, auch mal unbeliebte Entscheidungen zu treffen, um in Sachen Klimaschutz voranzukommen.

Solange im Großen so wenig passiert, machen wir im Kleinen weiter – weil wir in unseren Jugendverbänden wach sein und bleiben wollen für die Themen Nachhaltigkeit und Fairer Handel, haben wir uns in den letzten Jahren mit dem Fairen Jugendverband selbst verpflichtet.

Es gibt auch hier noch viel zu tun, packen wir‘s gemeinsam an!

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Über den Autorn

Karin Schuld

Karin Schuld ist Mitarbeiterin in der Diözesanstelle des BDKJ Osnabrück. Weitere Informationen zu Karin Schuld finden sich hier. Ihre Beiträge können hier aufgerufen werden.