Die Gelegenheiten, bei denen die ganze Familie zusammen kommt, sind selten geworden. Alle wohnen und arbeiten mittlerweile weit verstreut. Wenn dann aber alle an einem Tisch sitzen, kommt Vieles zusammen. Auch wenn allen wahrscheinlich der Wunsch gemeinsam ist, das Zusammentreffen möge möglichst friedlich und harmonisch ablaufen, reichen oft schon gewisse Stichworte, um einen Konflikt aufkommen zu lassen. Während der eine mit Begeisterung darauf eingeht und einen kleinen Kampf wagt, gibt es jemand anderen, der schnell versucht, die Wogen wieder zu glätten.

Ein friedliches Zusammenkommen ist also nicht garantiert, der Frieden ist kein Gast, der automatisch mit am Tisch sitzt. Das trifft nicht nur auf die unsere Familien zu, sondern gleichermaßen auch auf unsere Gesellschaft und die ganze Welt. Der Friede ist ein kostbares Gut, das jedoch schnell zerbrochen werden kann oder von kurzer Dauer ist. Oft setzen wir den Frieden leichtfertig aufs Spiel.

Dennoch ist der Frieden in aller Munde. Vielleicht wird so viel darüber geredet, weil die Notwendigkeit für Frieden so groß ist. Viele Menschen sehnen sich nach Frieden als Abwesenheit von Streitigkeiten und Krieg. Im Hebräischen bedeutet „Schalom“ aber noch einiges mehr. Es geht um Sehnsucht nach einer heilen Welt, in der keine Gefahren mehr lauern – um die Sehnsucht nach dem friedvollen Miteinander aller.

In Psalm 34 fordert David „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Dieser Vers wurde von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen als Jahreslosung der evangelischen Kirche für 2019 festgelegt. Davids Worte sollen allerdings nicht nur den evangelischen Mitchrist*innen als Leitworte für das Jahr 2019 dienen, sondern allen Menschen eine Handlungsorientierung sein.

Es ist nie zu spät oder zu früh, auf die Notwendigkeit von Frieden hinzuweisen. In diesen Tagen findet unsere Diözesanversammlung statt. Mit Blick auf die bundesweite Sternsingereröffnung, die unter dem Motto „Frieden“ steht und für das Jahr 2020 in Osnabrück stattfinden wird, haben unsere Delegierten im Laufe der Versammlung die Möglichkeit, ihr eigenes Friedensband zu knüpfen. Das Bändchen soll Jede und Jeden immer wieder daran erinnern, im Alltag Orte des Friedens zu suchen und zu schaffen.

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Über den Autorn

Sophia Kampel