Mein Bundesfreiwilligendienst beim BDKJ im Bistum Osnabrück

Ich habe mein BFD am 1.04.2022 beim BDKJ begonnen – Wie war das für mich?

Der Anfang war etwas holprig, da ich mir nicht sicher war, ob ein BFD das Richtige für mich ist. Alles rund um das Thema Verbände war mir neu. Ich habe bereits Einiges lernen dürfen. Jedoch habe ich lediglich einen Teil kennengelernt, sodass ich einen 1-jährigen Dienst empfehlen würde, um einen tieferen Einblick in die Arbeit des BDKJ zu erhalten.

Da ich im April gestartet bin, waren die meisten meiner Kolleg*innen coronabedingt im Homeoffice. Das galt so ziemlich für das gesamte Marcel-Callo-Haus, wo das Büro des BDKJ ist. Aufgrund dieser Umstände war der Einstieg zunächst etwas schwierig.

Im Büro hatte ich immer eine Ansprechperson und durch zahlreiche online stattfindende Meetings, hatte ich auch die Chance das ganze Team kennenzulernen. Allerdings dauerte es etwas, bis ich den Arbeitsalltag meines Teams vollkommen kennen lernen durfte.

Besonders in den ersten Tagen als das Marcel-Callo-Haus noch ziemlich unbelebt war, habe ich mich immer wieder über eine Mittagspause mit dem Kolleg*innen eines anderen Jugendverbandes, der Christlichen Arbeiterjugend (kurz: CAJ) gefreut. Das CAJ-Büro besteht aus einem superlieben Team, mit dem ich hin und wieder zusammenarbeiten durfte.

Nach circa einem Monat verabschiedeten sich die meisten meiner Kolleg*innen vom Homeoffice. Darüber freute ich mich sehr, da ich so meine Kolleg*innen persönlich kennenlernen konnte und zudem den Arbeitsalltag erstmals erleben durfte. Das Büro wurde viel lebhafter und es entstand eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre.

Ein eigenes Büro zu haben, gab mir sehr viel Freiraum und Privatsphäre, was ich sehr schätzte. Dennoch kann es auch einsam werden. Wenn ich zwischendurch mal einen Menschen sehen wollte, konnte ich immer mal bei Vera Seeck vorbeischauen. Mit einem Lächeln im Gesicht stand ich einige Male an ihrer Tür und freute mich über einen schönen Austausch. Unsere Gespräche handelten oft von gesellschaftsrelevanten Themen, sodass ich oft mit neuem Input zurück in mein Büro kehrte. Für mich war der ständige Kontakt zu meinen Kolleg*innen wichtig, um gute Arbeit leisten zu können, da der Austausch mir weiterhalf.

Was waren meine Aufgaben?

Ich habe jede Woche etwas anderes gemacht, sei es Öffentlichkeitsarbeit für unseren Instagram-Account, das Bearbeiten unserer Homepage oder das Schreiben von Briefen. Größtenteils habe ich einen typischen Büroalltag erlebt. Nichtsdestotrotz waren meine Aufgaben sehr unterschiedlich, was dementsprechend auch meine Zeit im Büro vielseitiger machte. Erwähnenswert sind auch die Auswärtstermine, die ich mitmachten konnte. Darunter fallen Veranstaltungen wie das Sommercamp, Fortbildungen und die Sommerfreizeit unseres Jugendreffs.

Trotz einer 39 Stunden Woche, die mich eingespannt hat, konnte ich dennoch meine Freizeit gut nutzen. Das Ansammeln von Überstunden kommt genau so häufig vor, wie die Gelegenheit diese abbauen zu können. Zudem hat man auch als BFD-lerin immer die Möglichkeit ins Homeoffice zu wechseln. Mir hat es sehr geholfen, meine Arbeitszeiten selbst einteilen zu können und somit einen eigenen Arbeitsrhytmus zu finden.

Unser Jugendtreff „Willkommen“ hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Durch die Begegnung mit den Teilnehmenden konnte ich viel über mich selbst lernen und mein eigenes Verhalten reflektieren. Im Laufe der Zeit lernte ich die Teilnehmenden immer besser kennen. Dadurch fühlte ich mich mit der Zeit immer wohler und freute mich über die Jugendtreff – Donnerstage.

Was nehme ich mit?

Unglaublich viele Einblicke in verschiedene Themenbereiche – Politik, Soziales, Migrationsarbeit, Prävention, Diversität. Daraus folgte unter anderem, das Bedürfnis halbwegs gendergerecht sprechen und schreiben zu können, ohne groß darüber stolpern zu müssen. Es ist mir superwichtig geworden, da es in meinem Alltag zuvor nicht selbstverständlich war, was es meines Erachtens nach, eigentlich sein sollte😊. Durch die Sensibilisierung in Bezug auf Gender, Prävention (von sexueller Gewalt) und sozialer Ungleichheit/Ungerechtigkeit gehe ich mit einem anderen Blick durchs Leben.

Ich würde nicht behaupten, dass ich neue Stärken oder Schwächen entdeckt habe, aber ich habe in diversen Bereichen dazu gelernt und dafür bin ich sehr dankbar. Die Sensibilisierung für bestimmte Themen war für mich besonders gewinnbringend und ist dementsprechend auch hängen geblieben. Zudem freue ich mich darüber, meine sozialen Kompetenzen ausgebaut zu haben.

Aufgrund von konstruktiver Kritik und simplen Fragen, die mich zum Nachdenken anregten, beende ich sehr reflektiert und zufrieden mein BFD. Metaphorisch gesprochen, nehme ich aus meiner BFD-Zeit einen mittelgroßen Rucksack gepackt mit Sicherheit, Wissen, Kompetenzen und schönen Erinnerungen mit.

Was hat mich begeistert?

Mich hat begeistert, wie leidenschaftlich Ideen zu Projekten umgesetzt wurden. Ich durfte an zahlreichen Projekten mitwirken, darunter fallen die Überarbeitung des Institutionellen Schutzkonzeptes (kurz: ISK), die Planung des Langen Abends der Politik und viele weitere.

Direkt zu Beginn habe ich mein eigenes kleines Projekt umsetzten dürfen. Hierbei handelt sich um die Kampagne zur Landtagswahl 2022 auf BDKJ- Landesebene, die ihr hoffentlich alle gespannt auf dem Instagram-Kanal des BDKJ Niedersachsen (@bdkjnds) mitverfolgt habt. Da ich bei der Kampagne viel Freiraum erhalten habe, war ich zunächst etwas unsicher. Doch dies ermöglichte mir auch, mich völlig frei entfalten zu können. Meine Rolle als BFD-lerin gab mir die Chance und den Freiraum für eigene Ideen und die Umsetzung jener. Dabei ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, Initiative zu ergreifen und kreativ zu sein.

Ein kleines Highlight zum Ende hin, war das Miterleben der Stichwahl der neuen Geistlichen Verbandsleitung. Es ist aufregend zu sehen, wie auch die katholische Kirche und ihre Strukturen, sich fortschrittlich entwickeln. Generell hat der Aspekt Kirche immer eine Rolle gespielt. Als Teil der katholischen Kirche bemüht sich der BDKJ, Strukturen zu verändern und dem Umschwung der Generationen/Gesellschaft anzupassen. Nochmals die herzlichsten Glückwünsche von mir an Vera Jansen, die neue Geistliche Verbandsleitung 😊.

Ich bin der Meinung, dass beim BDKJ richtig “krasse” Menschen arbeiten, die ganz genau wissen, was sie tun. Es hat super viel Spaß gemacht mit den Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen zusammen zu arbeiten. Mir wurde schon nach der ersten Woche bewusst, dass ich ein sehr liebes und motiviertes Team erwischt habe, die sehr darauf bedacht waren, dass ich eine gute Zeit habe.

Nach aufregenden 6 Monaten beim BDKJ Osnabrück, starte ich in mein Studium und gebe guten Gewissens meinen BFD-Platz an Monique ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie einen ausgezeichneten Job als BFD-lerin machen wird und frischen Wind in die Strukturen bringt.

Liebe Grüße

Guemina