Fachstelle Soziale Gerechtigkeit

„Soziale Gerechtigkeit“ -  nur ein Schlagwort, das im Wahlkampf von politischen Parteien verwendet wird? Für den BDKJ-Diözesanverband Osnabrück heißt Soziale Gerechtigkeit: Eintreten für eine gerechte Gesellschaft, in der alle Menschen gleiche Teilhabechancen haben und damit Gesellschaft mitgestalten können. Wir wollen, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche (unabhängig von ihrer Herkunft, Schulbildung oder finanziellen Ressourcen) die Chance haben, sich in katholischer Jugend(verbands-)arbeit zu engagieren. Mit dem Projekt „Soziale Gerechtigkeit“ wollen wir bestehende Zugangshindernisse abbauen und unsere Jugendverbandsarbeit noch mehr öffnen.

Bild: BDKJ

Ein großes Themenfeld in der Jugendarbeit ist aktuell der Umgang mit jungen Geflüchteten und jungen Menschen mit Migrationshintergründen. Nun hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Osnabrück zu einem Fachtag „Arbeit mit jungen Geflüchteten – Hintergründe und praktische Umsetzung“ ins Ludwig-Windthorst-Haus nach Lingen eingeladen. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus der kirchlichen, offenen und kommunalen Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit sind der Einladung gefolgt.

Moderator Urs von Wulfen, der die Teilnehmenden durch den Tag führte, konnte Prof. Angelika Schmidt-Koddenberg von der Katholischen Hochschule Köln sowie Prof. Markus Ottersbach von der Technischen Hochschule Köln zu Fachvorträgen begrüßen. Schmidt-Koddenberg lud die Zuhörerinnen und Zuhörer ein, junge Geflüchtete in der Jugendarbeit nichts anders zu behandeln, als die Jugendlichen bisher. Wichtig sei ein sensibler Umgang. "Dabei müssen die jungen Menschen spüren, dass sie angenommen werden wie andere Jugendliche auch." so Schmidt-Koddenberg. 

Prof. Ottersbach erinnert daran, sich immer wieder zu hinterfragen, wie offen Zugänge in Angeboten der Jugendarbeit sind. Oft werde in der klassischen Jugendarbeit nur ein bestimmtes Milieu Jugendlicher erreicht. Wichtig sei in der aktuellen Lage ein Klima der Offenheit, dass es sowohl jungen Geflüchteten als auch sozial benachteiligten Jugendliche ermögliche, an den Angeboten teilzunehmen.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion zeigten Therese Anoil, Caritasverband für Stadt und Landkreis Osnabrück, Wolfgang Ruthemeier, Leiter des Fachdienstes Familie – Sozialer Dienst in Osnabrück, sowie Christina Johanning, SKM Lingen, Chancen und Perspektiven in der Jugendarbeit auf.

Den Abschluss des Fachtages bildeten Workshops zur praktischen Arbeit. So konnten sich die Teilnehmenden zum Umgang mit jungen Muslimen durch die Christlich-Islamische Gesellschaft oder im Projekt „TeaTime“ der Muslimischen Jugend Deutschlands informieren. Der Verein „Exil e.V.“ stellte vor, welche einfachen Angebote für Kinder mit Fluchthintergründen in Osnabrück stattfinden. Beate Seusing, Koordinatorin im „MigantenElternNetzwerk Niedersachsen“ verdeutlichte in ihrem Workshop, wie wichtig auch eine Elternbildung im Umgang mit geflüchteten Familien ist. Sie wies dabei auf kulturelle und bildungspolitische Unterschiede in den Herkunftsländern hin.

Zufrieden zeigte sich Benedikt Kisters, Fachreferent für Schulkooperation beim BDKJ: „ Der Fachtag hat deutlich gemacht, wie wichtig ein sensibler Umgang mit jungen Geflüchteten in den Angeboten unserer Jugendarbeit ist.“ Lea Quaing, BDKJ-Diözesanvorsitzende sah in den Workshops gute Anregungen für die eigene Arbeit: „Es wurde deutlich gemacht, wie mit einfachen Ideen den Kindern und Jugendlichen ein gutes Angebot gemacht werden kann. Gleichzeitig müssen wir uns immer wieder fragen, wie offen unsere Angebote sind, nicht nur im Bezug auf geflüchtete Menschen.“

Ansprechpartnerin

151123 Vera Seeck

Vera Seeck
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